Archive für Kategorie: Story

Ein weiteres Lied, das zu 100% im Gebetsraum entstand. Irgendwann hatte ich den Kapodaster am vierten Bund meiner geliebten Lakewood-Gitarre und spielte zufällig die Melodie, aus der die Strophe wurde. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man eine singbare Melodie für biblische Texte findet – wie ein Geschenk, etwas so Kostbares in eine neue Form hüllen zu dürfen.
Die biblischen Worte unglaublicher Tiefe werden im weiteren Text dann durch ausdeutende Sätze „übersetzt“. Welche ergreifenden, alles verändernden Aussagen verstecken sich in dem schlichten „nichts wird mir mangeln“: alle Wege Gottes sind gut, er versorgt mich, er weiß, was er will, ich muss keine Angst haben…
Das Lied wurde und wird gerne im Gebetshaus gesungen, so entschieden wir uns schnell, dass es auf die CD soll. Bis zuletzt wussten wir jedoch nicht so recht, wie wir es arrangieren sollten. Anfangs war als Sängerin Petra Hardt geplant, die auf der ersten Gebetshaus-CD „Ich lege meine Krone“ gesungen hatte. Doch nach ersten Versuchen entschieden wir uns, ihre aussagestarke, charakteristische Stimme nicht für nur ein einziges Lied „mit ins Boot zu holen“, sondern etwas einheitlicher bei den sonst auf dem Album vertretenen Stimmen zu bleiben.
Einmal saßen Vroni, Ben und ich im kleinen Projektstudio zusammen und hatten spontan die Idee, das Lied einfach nur mit Gitarre gemeinsam einzusingen. Wir beteten und sangen und spielten dann betend dieses Lied. Die Aufnahme wurde in ihrer schlichten Schönheit so vielsagend, dass wir uns entschieden, es genau so zu machen. Nur drei Stimmen und meine Gitarre. Lediglich ganz am Schluss kommt noch Ben’s Gitarre mit einem kleinen Solo dazu. Ganz schlicht. Ganz unaufgeregt.
Und nachdem Gerhard Wölfle Berge von De-Esser auf meine Stimme gelegt hatte (mein S-Laut ist bei allen Tontechnikern gefürchtet), konnte man die auch anhören. Alle Stimmen kommen total nah und natürlich rüber – und so sollte es auch klingen, wenn man ganz persönlich sein Vertrauen an den guten Hirten ausdrückt.
Ein kleiner letzter Hinweis zu der Coverart zu diesem Lied: in das Gemälde habe ich ein Foto von meiner Tochter Anna eingearbeitet. Ihr seelenruhiger Schlaf hat mich berührt und lehrt mich, wie ein Leben in totalem Vertrauen auf den Vater aussehen kann…

Dieses Lied ist so ziemlich das älteste auf der CD, ich schrieb es irgendwann Anfang 1999, so genau weiß ich es nicht mehr. Damals war ich musikalisch noch nicht informiert und probierte einfach irgendwas an der Gitarre aus. Erst jetzt fällt mir auf, dass das Lied von der Harmonien eigentlich recht interessant ist, es schwebt zwischen den Tonarten h-Moll (bzw. D-Dur) und dem G-Dur, das die eigentliche Tonart ist.

Textlich drückt es eine Sehnsucht aus, die mich schon so oft in die Arme des Vaters getrieben hat: die Sehnsucht nach dem Ankommen, der Heimat, der Ruhe. Es ist eines der Lieder des Albums, das sich am leichtesten auch im Gebetsraum oder in Lobpreiszeiten singen lässt, weil der Text eigentlich jeden anspricht.

Es ist eines der beiden Lieder, in denen Benjamin Kelbers Stimme die Hauptrolle spielt. Ich finde, sie klingt hier sehr gefühlvoll, echt und sanft.

Das Producing stammt hier schwerpunktmäßig von David Hüger. Er hatte das Stück richtig opulent und orchestral arrangiert, mit viel Steigerung und Effekt. Doch ganz kurz vor Fertigstellung der CD kam ihm auf einmal: jetzt ist es kein „Heimkommen“ mehr. Und so strich er fast alles wieder weg und lies das Lied so nackt und simpel stehen, wie es jetzt ist.

Mich erinnert es ab 1:15 min an eine betende Jazz-Session. Der Upright-Bass, Rhodes und das leichte Schlagwerk berühren mich in ihrer Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Und dazu der warme Alt von Veronika Lohmer, deren Stimme (sie ist ja ausgebildete Jazz-Musikerin) hier einfach  die ideale Ergänzung ist. Meine Lieblingsstelle ist 2:40-2:50, die dann in einen total originellen Cello-Lauf mündet, den Benjamin komponiert hat. Ich mag das Lied 🙂 Und es ist der persönliche Favorit von Coproducer David Hüger.

Kein Lied auf der „Augenlieder“ steht meinem Herzen so nah wie „Du darfst“, „Ort der Hingabe“ und  – „Frühling“. Dieses Lied ist wirklich kein typisches Lobpreislied. Es ist das erste, das ich je geschrieben habe, von dem ich mir von Anfang an nicht sicher war, ob ich es überhaupt „veröffentlichen“ sollte. Ist das nicht zu – – – romantisch?! Es ist eigentlich gesungene Lyrik, die auf sehr bildhafte Weise etwas über Gott sagt. Es hat mich richtig Überwindung gekostet, dieses Lied mit anderen zu teilen, denn es ist so persönlich für mich.

Was mir dieses Lied bedeutet und wovon es erzählt, ahnt nur jemand, der etwas ähnliches erlebt hat. Ich möchte die persönlichen Umstände nicht ausführen, doch das Lied entstand kurz nach einer Phase in meinem Leben, die sich kalt, grau, vertrocknet, vereist und verlassen anfühlte. Wer schon einmal durch eine solche „Jahreszeit der Seele“ gegangen ist, weiß, wovon ich spreche. Und vielleicht hast Du auch schon erlebt, wie es ist, wenn der Wind sich dann dreht…
Ich habe erfahren, dass Gott der einzige ist, der eine aussichtslose Situation von innen heraus verändern kann. Und auf einmal neues Leben kommt.
Es war mitten im Winter. Doch wir im Gebetshaus und ich in meinem Leben erlebten so viel Freude und Erfrischung durch den Heiligen Geist, dass ich nicht selten durch die Straßen singend und tanzend nach Hause schlenderte. Und an eben einem solchen Tag im Dezember 2009 entstand auf meiner Gitarre diese Melodie und zugleich der Text.

Alles in diesem Lied drückt in poetischer Sprache aus, was sich an einer kleinen Stelle aus dem Hohenlied entspinnt:

Hld 2, 10 Der Geliebte spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch!  11 Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der Regen.  12 Auf der Flur erscheinen die Blumen; die Zeit zum Singen ist da. Die Stimme der Turteltaube ist zu hören in unserem Land.  13 Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden Reben duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch!

Eine frische Berührung durch Gott ist für mich persönlich das: die plötzlich mildere Luft, das Aufbrechen der Knospen, die ersten warmen Sonnenstrahlen, das frische Leben.
Meine Lieblingsstrophe ist die letzte. Sie entstand erst einige Monate später und ich sang sie zum ersten Mal auf der Hochzeit von Veronika und Sebastian im August 2010. Als Germanist freue ich mich über den Stabreim (der in der mittelhochdeutschen Lyrik und später bei Richard Wagner oft vorkommt).

Winterwind weicht durch dein Lied
und er dreht von Nord nach Süd
wenn Du kommst wird alles schön
und mein Garten blüht.

Ich bin auch ziemlich glücklich mit Aufnahme und Arrangement. Hier hat David Hüger wunderschöne kreative Verzierungen zu den musikalischen Grundzügen von Benjamin Kelber hinzugefügt. Und ein weiterer Song, wo ich meine geliebte Lakewood Jumbo spielen durfte. 

Besonders froh bin ich über das Mixing dieses Songs. Ich finde, hier klingt alles frisch, lebendig und jung. Wenn man gezielt an den Stellen hört, wo alle Instrumente zum Einsatz kommen, merkt man, wie aufgefächert und leicht auch das noch klingt. Etwas Spielerisches und Frisches ist selbst darin, wie Gerhard Wölfle von Dorian Gray Studios diesen – wie ich finde – Ohrwurm kristallklar gemixt hat.
Doch mehr als dass Euch das Lied gefällt, hoffe ich, dass Ihr selbst Gott als jemanden erlebt, der genau das in Dir tun kann, wovon diese Zeilen berichten. Denn es ist wahr. „Seht ich mach alles neu“ (Offb 21,5).

 

Das ist ein weiteres Lied, das ziemlich spontan im Gebetsraum entstand. Dort gibt es interessante musikalische Phänomene, zum Beispiel etwas, das wir „Vocal Selah“ nennen, das bedeutet: eine freie melodiöse Improvisation, die nur aus gesungenen Vokalen besteht. Und als die so spontan entstandene Melodie kam der jetzige Refrain während einer meiner ruhigen Lobpreissessions auf einmal zustande (übrigens zusammen mit Steffi Witopil und Verena Gattner). Zugegeben: die Melodie hat gewisse Ähnlichkeiten zu dem Lied „My deliverer is coming“ von Rich Mullins. Erst hatte ich ein bisschen Hemmungen, eine Melodie zu verwenden, die diesem Lied so ähnlich ist, doch dann überwog meine Freude an dem neuen Lied. Also: eine kleine Hommage an das Genie von Rich Mullins 😉

Erst als wir diese schöne Melodie schon etliche Minuten lang gesungen hatten, kam mir die Textidee dazu. Und der Text ist vielleicht nicht gerade der einfachste. Leitend war für mich die Metapher vom „inneren Garten“, ein Motiv, das sich bereits im Hohenlied und dann in der gesamten mystischen Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit (besonders in der Karmelmystik) immer wieder findet. Die Seele des Menschen als Garten, den Gott sich selbst bereitet hat, um dort Gemeinschaft mit ihm zu haben. Ich hatte von diesem Bild bereits 1994 zum ersten Mal gehört und es hat mich nie wieder losgelassen. Es gibt nicht nur das äußerlich Sichtbare, es gibt in mir auch einen Ort, der für Gott allein ist. O möge dieser Ort doch schön sein für ihn, möge er gerne immer dort wohnen!

Bereits 2002 hatte ich ein Kommunionlied geschrieben, in dem es hieß: „Komm herein, was verschlossen war, soll offen sein“. Nun fand diese Textidee eine neue Verwendung.

Die zweite Strophe ist eine der zerbrechlichsten Textteile des ganzen Albums. Sie entstand erst deutlich später (und ziert auch die Innenseite des CD-Paks) und bringt eine neue Nuance, die mir mittlerweile sehr wichtig geworden ist.

„In mir schläft ein Lied, das niemand kennt. Ein Name, bei dem allein Dein Mund mich nennt. Auch wenn Tränen falln an diesem Ort, unser Lied erklingt dort.“

In mir und in jedem Menschen gibt es ein Geheimnis. Gibt es eine tiefere Wahrheit und eine verborgene Persönlichkeit, die das übersteigt, was wir selbst über uns wissen. Er weiß Dinge über mich, die nicht mal ich selbst weiß. Er kann die Mitte meiner Persönlichkeit und das Tiefste in meinem Geheimnis auf eine Art und Weise ansprechen, wie nie ein Mensch das kann. Dieses Geheimnis ist in der Regel immer ein schönes und schmerzhaftes zugleich. Am persönlichsten und tiefsten Punkt meines Selbst begegne ich dem Geheimnis Gottes, doch immer auch dem eigenen Schmerz. So kann dieser Ort der Begegnung auch der Ort sein, an dem die Tränen fallen. Ja, die tiefste Begegnung mit Gott und mit mir selbst wird sogar unweigerlich auch diese Begegnung mit dem Schmerz beinhalten. Und doch ist dieser Ort der Ort, an dem das neue Lied der Freiheit und des verwandelten Lebens erklingt.

Musikalisch ist dieses Lied auch ein bisschen „anders“. Die Melodie, mit der die Strophe endet (unser „Liiiiieeeeeeed“) ist sicherlich ungewöhnlich für ein Lobpreislied und erinnert eher an klassische Komposition. Und auch die Harmonien sind vielleicht eher Spätromantik als Pop. Und doch lässt sich das Lied eigentlich ganz gut singen.

Sehr froh bin ich über das wunderschöne Gitarrenspiel von Johannes Beering. Johannes ist selbst Lobpreisleiter und Songwriter. Er studiert klassische Gitarre und arbeitet im Gebetshaus mit, was eine große Bereicherung für uns ist. Ich freue mich jedes Mal an dem herrlichen Klang seiner Nylonsaiten.

Außerdem mit dabei ist Verena Gattner bei diesem Lied (sie singt die vokalen Verzierungen, also die „Ahs“ und „Ohs“ im Hintergrund, die dem Ganzen etwas Elfenhaftes verleihen. Voll schön!

Ich hab dieses Stück etwa vier mal im Studio am Steinway eingespielt. Und beim letzten Take brach dieses Piano-Solo aus mir heraus – es war nicht geplant. Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Unsinn machen. Doch Gerhard Wölfle, der Dorian Gray Tonmaster, ermutigte mich, einen Teil dieses Solos noch einmal zu spielen, weil es echt schön war. Und so wurde es dann auch: am Schluss also noch einmal eine etwas wildere Klavierpassage nach diesem doch sehr zarten, von der Gitarre bestimmten Stück. Es ist ziemlich an den Anfang des Albums platziert, weil es für uns wie eine Einladung ist, mit diesem Album tiefer ins Gebet und tief an den verborgenen Ort zu kommen, an dem Gott auf Dich wartet. Mögest Du dieser Einladung oft folgen!!

Das ist eines der ältesten Lieder des Albums. Zusammen mit „Nimm mich auf“ entstand es 1999, ich war damals 20 und schrieb die Lieder für unsere Jugendgruppe „FCKW“, wo wir sie auch jahrelang sangen.
Aufgewachsen bin ich in Metten, wo es auch ein Benediktinerkloster gibt. Unter den vielen eindrucksvollen Erinnerungen an Metten sind auch die Bilder, Gerüche und Töne der Vesper an den Nachmittagen der Hochfeste, bei der ich manchmal als Ministrant mitwirken durfte. Vesper, das bedeutet eigentlich Abendgebet. An Hochfesten wird dieses Gebet auf Latein gesungen. Zu diesem Anlass ziehen die Mönche in die festliche Barockkirche ein und tragen die eigens eingeübten gregorianischen Choräle vor.
Als Ministrant war es mitunter meine Aufgabe, für den Weihrauch zu sorgen. Das Aufsteigen des duftenden Gewölks wurde unterstrichen durch einen Vers aus dem Psalm, der tatsächlich in der Sonntagsvesper gesungen wurde:“ Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe.“ (Ps 141,2)

Das Lied entstand ziemlich schnell und ziemlich spontan auf der Gitarre. Die etwas ungewöhnlichen Akkorde der Strophe sind für Gitarristen leichter nachzuvollziehen: man kann das A, das G und das F durch Verschieben des gleichen Griffes mit drei Fingern spielen, eigentlich ziemlich simpel. Die Auflösung über E zurück zu A im Refrain fand ich schon immer sehr kraftvoll. 

Ursprünglich war „Du bist heilig“ ein sehr ruhiges Lied. Erst 2012 begann ich, es wieder öfter im Gebetsraum zu spielen. Und dabei zeigte es seine kraftvolle Seite und die diversen Codas entstanden: „Ich lebe um Dich zu verehr’n“ und „Alles in mir ist zu Deinem Lob!“.
Als wir begannen, das Lied zu arrangieren, hatten wir einen Chor von Leviten vor Augen, die sich im salomonischen Tempel auf ihren Dienst vorbereiteten. Alttestamentliche Leviten sind es zwar nicht, doch es freut uns, dass der Chor der Lobpreisleiter des Gebetshauses Augsburg im Endteil des Liedes zu hören ist.

Das ist eines dieser Lieder, die einfach ein Geschenk sind, die man nicht schreibt, sondern entdeckt.

Zunächst: der Text ist so poetisch, zugleich aber so kühn, dass ich heute noch manchmal zusammenzucke, wenn ich ihn höre. Denn das, was hier gesagt wird, ist eigentlich ganz schön massiv: Augen nur für Gott haben, welch Anspruch! Dieses Lied ist für mich auch eines der Lieder, die mich an Punkte erinnern, die ich mit Jesus schon erlebt habe, hinter die ich aber immer wieder zurückfalle.

Eine Grundintuition verfolgt mich schon seit vielen Jahren: das Leben unter den Blicken der Anderen. Wir wollen gefallen. Wir suchen nach Beachtung. Wir suchen das Feedback in den Augen der Menschen. Wir vergleichen uns. Wir stehen unter den Augen der Anderen.

Doch auch unsere Augen richten sich auf alles mögliche. Ich war schon immer ein sehr visueller Mensch, der leicht fasziniert werden kann. Ich liebe die Farben. Stundenlang konnte ich schon als Teenager durch die Wälder spazieren und schauen. Und staunen. Mich vollsaugen. Unvergesslich ist mir der erste bewusste Anblick des Meeres, die graue Kimm, die endlose Weite.

Dies ist ein Lied über Schönheit. Über das, wovon alle Schönheit erzählt: der Quelle aller Schönheit. In den intensivsten Momenten mit Gott durfte ich immer wieder kosten, dass er nicht nur wahr, gut und groß ist, sondern schön. Oder besser noch: er ist die Schönheit. Er ist keine Farbe, sondern er ist das Licht, in dem erst Farben sichtbar werden.

Die Melodie und der Text entstanden gleichzeitig im Gebetsraum, live in einer Gebetszeit, die ich als Lobpreisleiter im Frühling 2012 leitete. Ich setzte mich ans Klavier – und da war es. Am Text wurde noch ein wenig gefeilt, doch grundsätzlich war es das.

Ich LIEBE den Klang von Veronikas Stimme bei diesem Stück. Sie war stundenlang alleine im Studio und es war ein ganz besonderer Moment für sie, der es ermöglichte, dass sie so singen konnte. So zerbrechlich, so nah, so echt.

Eine Herausforderung für mich als Pianist bestand darin, das Lied nicht in der Originaltonart (ich hab es in E oder Es gespielt) zu spielen, sondern in einer, die Veronikas Stimme optimal entgegenkommt. Und nach einigen Versuchen entschieden wir uns für Des-Dur. Nachdem dieses Stück ganz akustisch auf einem Steinway aufgenommen wurde, konnte man da nichts pitchen. Ich musste richtig üben, denn Des-Dur ist eine der etwas schwierigeren Tonarten auf dem Klavier.

Die Produktion und das Arrangement dieses Stücks ist komplett von Benjamin Kelber. Und erst als alles fertig war, erkannten wir eine echte Perle in dem Track. Und als wir uns schließlich entschieden, es auf Platz 2 der Tracklist zu setzen, war es nicht mehr lang, bis wir das Album auch von ursprünglich „Du bist der Frühling“ auf „Augenlieder“ umbenannten. Doch davon erzähle ich ein andermal.

Hinter jedem der „Augenlieder“ steckt eine eigene Geschichte. Die von „Bedingungslos“ ist eine für mich besonders emotionale. Das Lied entstand in einem Moment, in dem ich mich wirklich exakt so fühlte, wie es in diesem Text heißt.

Zusammen mit anderen hatte ich über Monate hinweg versucht, ein richtig wichtiges und großes Projekt umzusetzen. Alle Kräfte dafür verwendet, in der Meinung, den Willen des Herrn zu tun. Doch wieder und wieder klappte es im letzten Moment nicht. Irgendwann saßen einige Freunde und ich zusammen in meinem Wohnzimmer und kamen auf den Punkt: wir haben vergessen, wirklich nach dem Willen Gottes zu fragen. Eine intensive Bewegung von Buße und von Umkehr war die Folge.

Am Tag darauf flog ich nach Riga, um vor den Mitarbeitern eines riesigen Jugendevents (Latvian Youth Festival mit 15.000 Besuchern) zu lehren. Abends saß ich in meinem kleinen Hotelzimmer und war einfach überwältigt von diesem Gefühl, arm und gebrochen vor Gott zu sein. Das aber nicht auf eine negative Weise, sondern einfach: konfrontiert mit meiner Schwäche und voller Ehrfurcht vor seiner Größe. Ich legte alle Pläne und Träume neu vor Gott hin: „der Ball ist jetzt in deinem Spielfeld!“ Kapituliert, bedingungslos…

Als ich nach hause kam, ging alles sehr schnell. Ein völlig überraschender Telefonanruf und noch ein Wunder: Gott hatte die gesamte Situation völlig verändert und auf unerklärliche Weise gezeigt, dass er souverän ist.

Unter Tränen der Dankbarkeit konnte ich einfach wieder und wieder nur sagen: „das ist so unverdient… so viel Gnade… so viel Hoffnung!“ Und innerhalb eines Tages entstand dieses Lied.

Als ich es Raphael Schadt vorspielte, meinte er, diese krasse Mischung von Emotionen sei doch ein etwas sehr intensives Wechselbad der Gefühle… Und tatsächlich bleibt das eine Herausforderung des Songs: der Refrain bringt die ganze Spannung zwischen dem „lachend“ und „weinend“, dem „gebrochen“ und „erhöht“, dem „unendlich arm“ und „unendlich reich“ zum Ausdruck und soll darin dennoch nicht zerrissen oder gehetzt klingen…

Erst später fügten wir den Teil „wenn Du mich küsst“ an. Er ist ein noch relativ neuer Chorus, der in einer der vielen Sessions im Gebetsraum entstand, in denen ich mit Veronika zusammen sang.

Ich liebe den Kontrast zwischen dem massiven Chor und den Streichern und der total zerbrechlichen, nur noch gehauchten Passage „wenn Du mich küsst“…

Das ist das erste Lied, das Benjamin arrangiert hat und das erste, das wir eingespielt haben. David Hüger’s Idee war die explosive Steigerung mit dem Chor und insgesamt entstand ein Song, der schon als erster Track die gesamte Bandbreite der Stimmungen des Albums einfängt.

Ich bin dankbar, dass Ihr dieses ganz persönliche Lied, dessen Text mich bis heute sehr bewegt, nun auch hören und mitbeten könnt.

 

Coproducer David HügerDavid Hüger und ich kennen uns schon viele Jahre. Dass er in der letzten Zeit aber als exzellenter Arrangeur und Producer in Berlin tätig wurde, hat erst Veronika irgendwann erzählt. Immerhin war er gerade für „Voice of Germany“ in der Assistenz des Producers tätig gewesen… Und so entstand erst der Traum, ihn zu bitten, einen sehr extravagant klingenden Bonustrack für das Album zu produzieren. Von dem Ergebnis sind wir ziemlich begeistert (man hört es aber nur, wenn man das Album als physische CD kauft oder als Premium-Download im Gebetshaus-Shop).

Schließlich wurde David auch noch als Coproducer in der letzten Phase des Producings tätig und brachte seine Kreativität besonders in den Tracks „Bedingungslos“, „Nimm mich auf“ und „Komm herab“ ein.

So hat David an einigen Stellen noch verfeinert und weiter verziert, was Benjamin als Producer vorgelegt hatte. Insgesamt entstand also Kreativität hoch 2, über die ich sehr begeistert bin.

Heute ist ein besonderer Tag! Erstmal ist es das absolut wichtige Datum für mich: genau heute vor 20 Jahren habe ich mich ganz bewusst entschieden, Jesus nachzufolgen und ihm mein Leben zu geben!

Dass ausgerechnet beute das Mastering meiner eigenen CD abgeschlossen ist, freut mich total.

In den letzten Wochen gab es noch extrem viel zu entscheiden. Als Producing-Novize hatte ich noch keine Ahnung, wieviel Arbeit und Kunstfertigkeit in dem steckt, was NACH den Aufnahmen noch passiert. „Postproduction“ nennt man das so schön.

Konkret sah das so aus: Benjamin, Veronika und ich schrieben uns Dutzende von Mails, tauschten uns aus, sammelten Ideen, warfen Details nochmal über den Haufen, nahmen Zusätzliches auf… Ein absolut intensiver, nicht immer nur einfacher, aber sehr „reicher“ kreativer Prozess.

Im Oktober kam dann noch David Hüger als Coproducer mit an Bord, der zuvor schon die BonusTrack-Edition von „Du darfst alles“ produziert hatte. David, zuletzt in der Assistenz für „Voice of Germany“ tätig, brachte nochmal jede Menge kreative Ideen und Expertise mit rein.

Und so konnte Mitte Oktober das Mixing beginnen. Und das machte Gerhard Wölfle, Senior Mixing Engineer bei den Dorian Gray Studios, Eichenau. Für Laien (ich wusste das auch nicht): Dorian Gray ist eines der professionellsten Studios Europas. Die Liste derjenigen, die dort produziert haben, ist Ehrfurcht gebietend: Alanis Morisette, Konstantin Wecker, Joe Cocker, Johannes Oerding, Revolverheld, Quadro Nuevo. Direkt vor unserem Mixing nahmen „Max Raabe und Palast Orchester“ auf. Rolling Stones, Skorpions, Bananafishbones, Guano Apes, Reamonn… die Liste ließe sich verlängern.

Die Arbeit mit Gerhard Wölfle war total angenehm und vom ersten Song konnte man gleich hören: hier ist wirklich Exzellenz am Start. Und so vergingen 2 Wochen des weiteren Gestaltens: hier bitte noch ein bisschen weniger Hall, hier etwas weniger von der Zweitstimme und dafür mehr vom Klavier… Richtig begeistert hat mich, wie natürlich Gerhard alle Stimmen rüberkommen lässt. Er hatte schon die Aufnahme des Steinway-Flügels geleitet: mit 6 Mikrophonen aufgenommen kommt der richtig füllig und dabei doch zart und nah rüber. Ich finde, das Album klingt absolut „echt“ und natürlich und dabei absolut nicht „zaghaft“.

Als wir im Studio waren, fiel mir gleich eine schrankgroße Holzkiste auf, die da rumstand. Gerhard erklärte uns, dass das ein mechanisches Hallgerät ist – das erste seiner Art aus den 50ern. Es erzeugt den Hall nicht „synthetisch“ sondern durch das tatsächliche Schwingen von Metallplatten. Auf „Augenlieder“ könnt Ihr diesen Hall erahnen. Zum Beispiel auf meiner Stimme in „Ort der Hingabe“: das klingt nicht hallig, sondern nur „voll“. Ich mag diesen Sound sehr.

Nach dem absolut professionellen Mixing folgte das Mastering durch Dieter Pimiskern, der nicht nur Senior Mastering Engineer bei Dorian Gray ist, sondern auch Christ und mich schon auf Radio Horeb gehört hatte 🙂 Jetzt klang das Ganze noch runder, wärmer und in sich stimmig. Auch hier: absolut tolle Arbeit (ich hoffe, nicht nur wir hören sie 😉

Heute geht das Ding ans Presswerk und ich freue mich schon sehr, wenn Ihr das, was ich jetzt gerade höre, auch bald hören könnt!

Dicke Credits an:

Arrangement, Recording und Producing: Benjamin Kelber
Coproducing: David Hüger
Flügelaufnahme und Mix: Gerhard Wölfle @ Dorian Gray Studios, Eichenau
Mastering: Dieter Pimiskern @ Dorian Gray Mastering, Eichenau