Das ist eines der ältesten Lieder des Albums. Zusammen mit „Nimm mich auf“ entstand es 1999, ich war damals 20 und schrieb die Lieder für unsere Jugendgruppe „FCKW“, wo wir sie auch jahrelang sangen.
Aufgewachsen bin ich in Metten, wo es auch ein Benediktinerkloster gibt. Unter den vielen eindrucksvollen Erinnerungen an Metten sind auch die Bilder, Gerüche und Töne der Vesper an den Nachmittagen der Hochfeste, bei der ich manchmal als Ministrant mitwirken durfte. Vesper, das bedeutet eigentlich Abendgebet. An Hochfesten wird dieses Gebet auf Latein gesungen. Zu diesem Anlass ziehen die Mönche in die festliche Barockkirche ein und tragen die eigens eingeübten gregorianischen Choräle vor.
Als Ministrant war es mitunter meine Aufgabe, für den Weihrauch zu sorgen. Das Aufsteigen des duftenden Gewölks wurde unterstrichen durch einen Vers aus dem Psalm, der tatsächlich in der Sonntagsvesper gesungen wurde:“ Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe.“ (Ps 141,2)

Das Lied entstand ziemlich schnell und ziemlich spontan auf der Gitarre. Die etwas ungewöhnlichen Akkorde der Strophe sind für Gitarristen leichter nachzuvollziehen: man kann das A, das G und das F durch Verschieben des gleichen Griffes mit drei Fingern spielen, eigentlich ziemlich simpel. Die Auflösung über E zurück zu A im Refrain fand ich schon immer sehr kraftvoll. 

Ursprünglich war „Du bist heilig“ ein sehr ruhiges Lied. Erst 2012 begann ich, es wieder öfter im Gebetsraum zu spielen. Und dabei zeigte es seine kraftvolle Seite und die diversen Codas entstanden: „Ich lebe um Dich zu verehr’n“ und „Alles in mir ist zu Deinem Lob!“.
Als wir begannen, das Lied zu arrangieren, hatten wir einen Chor von Leviten vor Augen, die sich im salomonischen Tempel auf ihren Dienst vorbereiteten. Alttestamentliche Leviten sind es zwar nicht, doch es freut uns, dass der Chor der Lobpreisleiter des Gebetshauses Augsburg im Endteil des Liedes zu hören ist.

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